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BALF Trockenbarf: Alleinfutter oder Einzelkomponenten – der große Ratgeber für artgerechte Hundeernährung

Carsten Dörr · 22.09.2026
BALF Trockenbarf: Alleinfutter oder Einzelkomponenten – der große Ratgeber für artgerechte Hundeernährung

Barfen gilt für viele Hundehalter als die artgerechteste Art der Fütterung - roh, natürlich, nah am Beutetierschema. Gleichzeitig schrecken der Umgang mit rohem Fleisch, die nötige Tiefkühlkapazität und die aufwendige Rationsberechnung viele ab. Genau hier setzt Trockenbarf an, und BALF ist dabei eine der bekanntesten Marken auf dem deutschen Markt: schonend luftgetrocknetes Fleisch mit Obst, Gemüse und Kräutern, hergestellt in Handarbeit in Bad Hersfeld - ganz ohne Getreide, Zuckerstoffe, Konservierungs- oder Lockstoffe.

Wer sich für BALF entscheidet, hat grundsätzlich zwei Wege: Man greift zu einem fertigen Alleinfuttermittel, das bereits alles Nötige in einem Beutel vereint - oder man stellt sich seine Ration aus einzelnen Komponenten selbst zusammen: reinem Trockenfleisch, einem vegetarischen Mix, Blutgranulat und einem hochwertigen Öl. In diesem Beitrag schauen wir uns beide Varianten im Detail an, damit du entscheiden kannst, welcher Weg zu dir und deinem Hund passt.

Was ist Trockenbarf eigentlich?

Trockenbarf ist keine völlig eigene Fütterungsform, sondern eine praktische Weiterentwicklung des klassischen Barfens. Das Fleisch - und bei den Alleinfuttermitteln auch Obst, Gemüse und Kräuter - wird schonend luftgetrocknet, wodurch Nährstoffe weitgehend erhalten bleiben, gleichzeitig aber Wasser entzogen wird. Das bedeutet weniger Gefrierraum, keine Kühlkette, problemlose Lagerung bei Zimmertemperatur (mindestens ein Jahr haltbar) und einfachen Transport - ideal für unterwegs, im Urlaub oder wenn schlicht der Platz im Gefrierschrank fehlt.

Vor dem Füttern wird Trockenbarf in der Regel mit warmem Wasser eingeweicht: Das BALF-Grundrezept lautet ein Teil Futter auf anderthalb Teile lauwarmes Wasser, etwa 20 Minuten Ziehzeit. Wer möchte, kann auch trocken füttern, sollte dann aber auf eine erhöhte Wasseraufnahme des Hundes achten.

Wusstest du? Ein Kilogramm Trockenbarf entspricht in etwa der Ergiebigkeit von vier Kilogramm herkömmlichem Rohfutter - du brauchst also nur ein Viertel des Platzes im Gepäck oder Vorratsschrank.

Weg 1: Das Alleinfuttermittel - bequem, ausgewogen, sofort einsatzbereit

Die BALF Trockenbarf-Menüs im Verhältnis 80/20 enthalten mindestens 80 % Fleischanteil, ergänzt um 20 % Obst, Gemüse und teils Kräuter. Als Proteinquellen stehen Rind, Lamm, Pferd, Ente, Schwein (hypoallergen) sowie ein Zwei-Komponenten-Menü mit Ente und Fisch zur Auswahl - jeweils in den Varianten mit Kräutern, mit Obst/Gemüse oder mit Leinkuchen und Sanddorn für eine zusätzliche Extraportion Omega-3-Fettsäuren und Vitamine.

Fütterungsmenge: Als grober Richtwert gelten 5 g BALF pro Kilogramm Körpergewicht, wobei Aktivitätslevel, Alter und Stoffwechsel individuell berücksichtigt werden sollten (siehe Rechner weiter unten).

Warum sich Alleinfutter lohnt:

✔ Du musst nichts berechnen oder selbst mischen - die Ration ist bereits ausgewogen
✔ Ideal für den Einstieg ins Barfen ohne Vorwissen
✔ Platzsparend, unbegrenzt haltbar, perfekt für Reisen und Camping
✔ Getreide- und glutenfrei, ohne Zusatzstoffe

Bei uns im Shop findest du die komplette BALF-Markenwelt mit allen Sorten, zum Beispiel:

Außerdem im Sortiment: das BALF TwoinOne Ente & Fisch mit Obst & Gemüse sowie die Varianten mit Kräutern beziehungsweise mit Leinkuchen/Sanddorn - diese findest du direkt auf der jeweiligen Produktseite bzw. in der Markenwelt verlinkt.

Wie viel BALF brauchst du? Der Fütterungsmengen-Rechner

Mit dem folgenden Rechner findest du schnell heraus, wie viel von den 80/20-Menüs dein Hund pro Tag braucht:

Hinweis: Der Rechner bezieht sich auf die fertigen 80/20-Menüs (Alleinfuttermittel). Stellst du deine Ration stattdessen aus Einzelkomponenten zusammen (siehe nächster Abschnitt), gilt eine andere Menge - reines Trockenfleisch ist deutlich proteinreicher/dichter als ein fertiges Menü.

Rechner wird geladen …

Weg 2: Die Einzelkomponenten - volle Kontrolle für dich und deinen Hund

Wer bereits Erfahrung im Barfen hat, seinen Hund gegen bestimmte Zutaten sensibilisieren möchte oder einfach maximale Abwechslung und Kontrolle über die Ration wünscht, kann sich sein Trockenbarf aus vier Bausteinen selbst zusammenstellen: Fleisch pur, vegetarischer Mix, Blutgranulat und Öl.

1. Fleisch pur (80%) - die Basis jeder Ration

Reines, luftgetrocknetes Trockenfleisch ganz ohne weitere Zutaten - ideal, um Unverträglichkeiten gezielt auszutesten oder mehrere Proteinquellen im Wechsel zu füttern. Bei uns im Shop verfügbar sind aktuell:

2. Vegetarischer Mix (20%) - Vitamine, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe

Der vegetarische Mix aus getrocknetem Obst, Gemüse und teils Kräutern liefert alles, was reines Fleisch nicht mitbringt. Er wird dem Fleisch pur beigemischt, um selbst die Verhältnisse eines fertigen Alleinfuttermittels nachzubilden - meist orientiert an einer Grundformel von rund 80 % Fleisch zu 20 % vegetarischem Anteil. Bei uns im Shop findest du drei Varianten:

Für alle, die noch feiner dosieren möchten, findest du im gleichen Bereich zusätzlich einzelne getrocknete Komponenten wie Zucchini-, Süßkartoffel- oder Pastinakenflocken.

3. Blutgranulat - das unterschätzte Nährstoffwunder

Getrocknetes Blut (etwa von Rind oder Pferd) ist eine hochkonzentrierte Quelle für Eisen, Natrium, Zink, Kupfer und B-Vitamine - Nährstoffe, die im Muskelfleisch allein oft zu kurz kommen. Als Richtwert gelten rund 0,25 g Blutgranulat pro Kilogramm Körpergewicht, unter das Futter gemischt; empfohlen wird eine Fütterung von 3-4 Mal pro Woche. Blutgranulat muss nicht gekühlt werden und lässt sich einfach dosieren.

Bei uns im Shop findest du aktuell:

4. Öl - die tägliche Pflichtzutat

Anders als Blutgranulat gehört ein hochwertiges Öl täglich in den Napf, da Hunde essentielle Fettsäuren nicht in ausreichender Menge selbst bilden können - und modernes Zuchtfleisch liefert deutlich weniger Omega-3 als die Beute wildlebender Vorfahren. Zur Auswahl stehen im Wesentlichen zwei Kategorien:

Tierische Öle wie Lachs-/Fischöl oder Dorschlebertran liefern die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA direkt und werden vom Hund besonders effizient verwertet. Dorschlebertran liefert zusätzlich die fettlöslichen Vitamine A und D.

Pflanzliche Öle wie Hanföl (ca. 80 % ungesättigte Fettsäuren, günstiges Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von etwa 4:1) oder Leinöl (sehr hoher Omega-3-Gehalt, aber schnell verderblich) sind eine gute Alternative, vor allem für Hunde, die tierische Öle nicht vertragen - allerdings mit etwas geringerer Verwertbarkeit.

In der Praxis hat sich ein Wechsel zwischen einer tierischen Omega-3-Quelle und einem pflanzlichen Öl bewährt. Wichtig bei der Auswahl: kaltgepresst, dunkel gelagert und nach dem Öffnen innerhalb von 4-8 Wochen verbraucht - ranzige Öle richten mehr Schaden an, als sie nützen.

5. Das Mischungsverhältnis - so kombinierst du richtig

Als Grundformel hat sich ein Verhältnis von rund 80 % Fleisch pur zu 20 % vegetarischem Mix bewährt - das entspricht der Rezeptur der fertigen 80/20-Alleinfuttermittel. Für die Gesamtmenge gilt derselbe Richtwert wie beim Alleinfutter: rund 5 g pro Kilogramm Körpergewicht.

Beispiel für einen 20 kg schweren Hund: 100 g Trockenbarf pro Tag, davon rund 80 g Fleisch pur und 20 g vegetarischer Mix. Dazu kommen, 3-4 Mal pro Woche, rund 5 g Blutgranulat (0,25 g pro Kilogramm Körpergewicht) sowie täglich eine kleine Menge Öl - halte dich hier an die Dosierungsempfehlung auf der jeweiligen Verpackung, da sie je nach Ölsorte unterschiedlich ausfällt.

So baust du deinen eigenen Futterplan auf

1. Starte mit einer Fleischsorte (z. B. Rind) über etwa vier Wochen, damit sich der Verdauungstrakt deines Hundes daran gewöhnen kann.
2. Führe danach alle vier Wochen eine weitere Sorte ein.
3. Sobald mehrere Sorten vertragen werden, kannst du Fleisch- und vegetarische Komponenten im Tageswechsel kombinieren.
4. Öl kommt täglich dazu, Blutgranulat 3-4 Mal pro Woche.
5. Ergänze regelmäßig mit Extras wie Magerquark, Eigelb, Kürbiskernen oder frischem Obst und Gemüse, um die Ration weiter aufzuwerten.

Alleinfutter oder Einzelkomponenten - was passt zu deinem Hund?

Alleinfuttermittel Einzelkomponenten
Aufwand Minimal, sofort fütterbar Erfordert Planung und Mischen
Kontrolle Fest vorgegebene Rezeptur Volle Kontrolle über jede Zutat
Ideal für Einsteiger, unkomplizierten Alltag Erfahrene Barfer, Allergiker, Individualisten
Abwechslung Über verschiedene Sorten möglich Nahezu unbegrenzt kombinierbar
Reisen/Camping Sehr praktisch Etwas mehr Gepäck (mehrere Komponenten)

Für die meisten Hundehalter, die neu ins Trockenbarf einsteigen oder einfach eine unkomplizierte, ausgewogene Lösung suchen, ist ein Alleinfuttermittel die richtige Wahl. Wer bereits Erfahrung mitbringt, seinen Hund wegen Unverträglichkeiten sehr gezielt ernähren möchte oder einfach Freude am Zusammenstellen hat, profitiert von den Einzelkomponenten.

Praktische Tipps für den Alltag

Bei der Umstellung von Nass- oder Trockenfutter auf Trockenbarf lohnt es sich, langsam vorzugehen und die neue Fütterung über ein bis zwei Wochen einschleichen zu lassen, damit sich Magen und Darm anpassen können. Da ein Kilogramm Trockenbarf vier Kilogramm herkömmlichem Futter entspricht, ist auch für aktive Hunde, Wanderungen oder den nächsten Campingtrip nur eine kleine Menge nötig. Angebrochene Packungen luftdicht und trocken lagern, dann bleibt die Qualität über die gesamte Haltbarkeit erhalten.

Fazit

Ob fertiges Alleinfuttermittel oder selbst zusammengestellte Ration aus Fleisch pur, vegetarischem Mix, Blutgranulat und Öl - mit BALF Trockenbarf entscheidest du dich für eine artgerechte, getreidefreie Fütterung ohne die Nachteile klassischen Rohfleisch-Barfens. Alleinfutter überzeugt durch Einfachheit und sofortige Einsatzbereitschaft, die Einzelkomponenten durch maximale Flexibilität und Kontrolle. Am Ende zählt vor allem eines: dass dein Hund gut versorgt ist - und mit Trockenbarf hast du dafür ein Konzept, das sich unkompliziert in jeden Alltag integrieren lässt.

Häufige Fragen zu BALF Trockenbarf

Ist Trockenbarf für jeden Hund geeignet?
Grundsätzlich ja - Trockenbarf eignet sich für die meisten gesunden Hunde jeden Alters. Bei Vorerkrankungen, Futtermittelallergien oder laufender tierärztlicher Behandlung solltest du die Umstellung vorher mit deinem Tierarzt besprechen.
Kann ich Trockenbarf mit Nass- oder Trockenfutter mischen?
Ja, eine Mischfütterung ist möglich. Schonender für die Verdauung ist es jedoch, sich für eine Fütterungsart zu entscheiden oder die Futterarten zeitlich getrennt anzubieten.
Wie lange ist eine geöffnete Packung Trockenbarf haltbar?
Ungeöffnet ist BALF mindestens ein Jahr haltbar. Nach dem Öffnen bewahrst du die Packung luftdicht und trocken auf, dann bleibt die Qualität über mehrere Wochen erhalten.
Muss ich Trockenbarf vor dem Füttern immer einweichen?
Empfohlen wird ein Verhältnis von 1 Teil Futter zu 1,5 Teilen lauwarmem Wasser, etwa 20 Minuten Einweichzeit. Du kannst auch trocken füttern, solltest dann aber auf ausreichend Trinkwasser achten.
Ab welchem Alter kann ich Welpen mit Trockenbarf füttern?
Welpen können bereits ab der Entwöhnung mit Trockenbarf gefüttert werden - als Richtwert etwa die doppelte Menge im Verhältnis zum Körpergewicht, verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
Was ist der Unterschied zwischen Alleinfutter und den Einzelkomponenten?
Alleinfutter ist eine fertige, ausgewogene Mischung - du musst nichts weiter hinzufügen. Bei den Einzelkomponenten stellst du dir deine Ration selbst aus Fleisch pur, vegetarischem Mix und Öl zusammen und hast dadurch mehr Kontrolle. Blutgranulat ist dabei keine Pflichtzutat, sondern eine sinnvolle Ergänzung, die du 3 bis 4 Mal pro Woche dazugeben kannst.
Wie oft sollte ich Blutgranulat füttern?
Als Richtwert gelten rund 0,25 g pro Kilogramm Körpergewicht, etwa 3 bis 4 Mal pro Woche unter das Futter gemischt.
Kann ich meinem Hund zusätzlich frisches Obst und Gemüse zum Trockenbarf geben?
Ja, das ist möglich. In der BARF-Praxis hat sich als Orientierung bewährt, dass frisches Obst und Gemüse zusammen rund 15 bis 20 % der Gesamtration ausmachen, aufgeteilt in etwa 70 bis 75 % Gemüse und 25 bis 30 % Obst. Wichtig bei der Zubereitung: Rohes Gemüse und Obst solltest du pürieren, da Hunde pflanzliche Zellwände sonst kaum aufschließen können, und mit etwas Fett kombinieren, damit fettlösliche Vitamine aufgenommen werden können. Kartoffeln gehören wegen des enthaltenen Solanins nur gegart auf den Teller, niemals roh. Kohlsorten wie Blumenkohl oder Brokkoli verträgt dein Hund roh oft schlechter und sollte sie eher gegart oder nur in kleinen Mengen bekommen, und Zitrusfrüchte oder Ananas eignen sich wegen ihrer Säure ebenfalls nur in kleinen Mengen. Diese Werte sind ein allgemein gebräuchlicher Richtwert aus der BARF-Praxis und keine offizielle BALF-Herstellerangabe - bei Unsicherheit lohnt sich eine Rücksprache mit deinem Tierarzt oder einer Ernährungsberatung.
Brauchen kleine Rassen mehr Futter im Verhältnis zum Körpergewicht?
Ja. Kleine Rassen haben einen höheren Grundumsatz als große Hunde und benötigen bezogen auf ihr Körpergewicht oft rund 1/4 mehr bis zur doppelten Menge des Richtwerts.
Warum enthält Trockenbarf kein Getreide?
Getreidefreie Rezepturen kommen dem natürlichen Beutetierschema näher und werden von vielen Hunden - besonders bei Futtermittelunverträglichkeiten - besser vertragen.